Meine Schwiegermutter ließ Kopien von den Schlüsseln zu meinem Ferienhaus anfertigen und veranstaltete dort ein Sommerlager für ihre eigenen Verwandten…

LEBENSGESCHICHTE

— Warum bist du so früh gekommen?
Wir haben dich erst in einer Woche erwartet — sagte Swetlana Pawlowna verwirrt, als sie Elena an der Schwelle ihres eigenen Ferienhauses sah.

Elena stand in der Tür, eine Reisetasche in der Hand, und sah einige Sekunden lang schweigend nicht ihre Schwiegermutter an, sondern hinter sie.

Auf dem Grundstück, das noch im Frühling sauber, ruhig und fast menschenleer gewesen war, herrschte nun reges, fremdes Sommerleben.

An einer Wäscheleine neben dem Schuppen hingen Kinder-T-Shirts, Männer-Shorts und die Handtücher von irgendjemandem.

Neben dem Apfelbaum standen zwei Klappstühle.

Auf der Veranda saßen Menschen, die Elena nicht kannte, aßen Wassermelone und hörten Musik aus einem tragbaren Lautsprecher.

Neben der Treppe lagen ein aufblasbarer Schwimmreifen, ein Sack Holzkohle und Plastikflaschen.

Am Tor drängten sich drei Autos, und eines davon stand direkt auf dem Blumenbeet, in das Elena im Mai Lavendel gepflanzt hatte.

Langsam hob Elena den Blick zu Swetlana Pawlowna.

— Also habt ihr mich erst in einer Woche erwartet.

Ihre Schwiegermutter rückte ihren leichten Cardigan auf der Schulter zurecht und versuchte zu lächeln.

— Lenotschka, steh doch nicht so da. Komm rein. Es ist nur alles ein bisschen unerwartet gekommen.

— Für wen war es unerwartet? Für mich ganz sicher.

Von der Veranda erhob sich eine kräftige Frau in einem bunt gemusterten Sommerkleid.

— Sweta, ist die Eigentümerin gekommen? — fragte sie laut und völlig ungeniert.

Оцените статью
Добавить комментарий